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Neujahrsschießen im Sommer

Einmalig in Bayern – Coburger Schützen pflegen Tradition

Das seit mehr als einer Generation bestehende Neujahrsschießen der Schützengesellschaft Coburg fand pandemiebedingt mit etwas Verzögerung das 33. Mal statt. Der Versuch, die Tradition mit dem modernen Schießsport zu vereinen, sprich: sich in Kombination von zwei Disziplinen gleichzeitig miteinander zu messen, ist mittlerweile fest etabliert.

Zum einen waren Ordonnanzpistolen bis Einführungsjahr 1945 im Kaliber 7,5 mm bis 45 eingeladen, zum anderen alle Großkaliber Sportpistolen im Kaliber 9 mm bis 45. Die SG Coburg richtet dabei seit Jahren als erster und einziger Verein in ganz Bayern einen solchen einzigartigen Wettkampf aus.

Initiator Harry Langheinrich zeigt sich zufrieden: „Es ist ein einmaliges Erlebnis mit historischen Dienstpistolen zu schießen. Wenn man bedenkt, dass die meisten von ihnen bereits vor 120 Jahren zur Serienreife gelangten und viele der heute vertretenen Modelle über 75 Jahre alt waren, kommen die erzielten Ergebnisse trotz starrer Visierung und des rustikalen Abzugs erstaunlich nahe an die von modernen Sportpistolen. In diesem Jahr haben wir auch eine Damenwertung durchgeführt, die Elena Langheinrich von der SG Coburg gewann. Neben Pokalen und Urkunden gab es für alle Teilnehmer attraktive Sachpreise.“

Bei beiden Disziplinen hieß es auf 25 Meter ins Schwarze zu treffen. Jedem stand die Wahl seiner Pistole und des Kalibers frei. Es galt mit 15 Schuss Präzision möglichst viele der maximalen 150 Ringe zu erringen, ein oder zweihändig, streng nach der Sportordnung des DSB.

An den Start gingen bei der Ordonnanzdisziplin legendäre Modelle wie die Luger 08, Walther PP oder PPK (bekannt von James Bond), sowie die Colt 1911. Die Gelegenheit zum fachlichen Austausch wurde rege genutzt. Einige, die kein historisches Original besaßen, bekamen von anderen eines für den Wettkampf ausgeliehen.

1. Schützenmeister Detlef Beil (Zweiter von rechts) nahm die Ehrung der erfolgreichen Schützen vor.                  Foto: M. Schröck

Aufgrund des hohen sportlichen Niveaus der Teilnehmer trennten die jeweils ersten drei Platzierten in beiden Disziplinen lediglich ein paar Ringe. Den Ehrenteller für den Kombinationssieger gewann Harry Langheinrich.

1. Schützenmeister Detlef Beil nahm die Siegerehrung vor: „Leider mussten wir unser Neujahrsschießen auf den Sommer verlegen. Eine Absage war jedoch heuer für uns keine Option, da wir ein Zeichen setzen wollten, dass wir so leicht nicht aufgeben. Denn es zeichnet uns Schützen aus, dass Geduld und Ausdauer der Grundbaustein des Erfolgs sind. Im nächsten Jahr starten wir wieder rechtzeitig im Januar.“

Ordonnanzpistole: 1. Matthias Klar (140) SG Coburg, 2. Harry Langheinrich (139) Reservistenkameradschaft Neustadt, 3. Ewald Sperschneider (134) Reservistenkameradschaft Neustadt

Großkaliber Sportpistole: 1. Harry Langheinrich (134) RK Neustadt, Lubomir Nicolic (132) SG Coburg, 3. Matthias Klar (130) SG Coburg

Kombination beide Disziplinen: 1. Harry Langheinrich (273) RK Neustadt, 2. Matthias Klar (270) SG Coburg, 3. Ewald Sperschneider (237) RK Neustadt

Coburger Vogelschießen beginnt am Freitag, 29. Juli

Mit der Partyband „Kostergold“ wird am Freitag, 29. Juli das Vogelschießen auf dem Anger in Coburg eröffnet. Musik gibt’s von 19.00 Uhr an, der Bieranstich im Festzelt ist um 20.00 Uhr. Zu den Höhepunkten der Traditionsveranstaltung gehört der Festzug am darauffolgenden Sonntag (31. Juli) durch die Alt-Stadt. Der Montag, 1. August, steht im Zeichen der Generationen. Für Donnerstag, 4. August kündigt die Schützengesellschaft ein großes Brillant-Hoch-Feuerwerk über dem Anger an (Beginn etwa 22.30 Uhr). Das Vogelschießen endet am Sonntag, 7. August.