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ödp: Kernenergie ist keine Alternative

Simone Wohnig vor ihrem Sprung in den Bad Rodacher Stadtrat

Der Vorstand des ÖDP Kreisverbandes Coburg-Kronach, von links: Dagmar Murrmann-Patzek, Coburg; Sarah Sandmann, Coburg Tristan Wolf, Coburg (alle Beisitzer); Simone Wohnig, Bad Rodach (Erste Vorsitzende); Angela Büchner, Neustadt (Schatzmeisterin); Anne Schlittmeier, Grub am Forst (Beisitzerin). Es fehlt: René Hoffmann, Rödental (stellvertretender Vorsitzender)

Zu Neuwahlen traf sich der ödp Kreisverband Coburg-Kronach im Restaurant Hessenhof in Coburg-Glend. Nach ihrem Rückblick auf die vergangenen Monate richtete Kreisvorsitzende Simone Wohnig ein großes Dankeschön an den aus gesundheitlichen Gründen aus dem Bad Rodacher Stadtrat ausscheidenden Matthias Thumser. Sie dankte ihm für seine erfolgreiche Stadtratstätigkeit und seinen ökologischen Zeigefinger in Bad Rodach. Matthias Thumser war Jugendbeauftragter und außerdem maßgeblich daran beteiligt, dass Bad Rodach ein Ökokonzept umsetzt. Thumser war auch der Auslöser dafür, dass sich Bad Rodach seit dem letzten Jahr „Fairtradestadt“ nennen darf. Außerdem leitete er im Klimabeirat der Stadt den Arbeitskreis „Klimafolgeanpassungen“. Der scheidende Stadtrat wird auch weiterhin dem Kreisverband mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für ihn soll Simone Wohnig in den Stadtrat nachrücken.

Gespannt folgten die Mitglieder den Berichten von Stadtrat Tristan Wolf (Coburg) und Stadt- und Kreisrat Thomas Büchner (Neustadt) aus ihren Gremien. Ein Schwerpunkt der sich abzeichnete war der Klinikneubau und der überraschende Wechsel der Geschäftsführung im Regiomed-Verbund. Übereinstimmung bestand zur These: „Der fränkische Regiomed-Verbund mit seinen kommunalen Trägern darf sich nicht auseinanderdividieren lassen, sondern die medizinische Versorgung muss über kommunale und Landesgrenzen hinweg vereint sichergestellt werden!“

Mahnende Worte richtete Simone Wohnig schließlich auch an die Versammlung: „Dieses Hitzejahr hat deutlich gemacht, dass neben Krieg und Energiekrise auch die Klimakrise nicht in den Hintergrund gerückt werden darf. Der über Jahrzehnte versäumte Ausbau der erneuerbaren Energien ist inzwischen unumgänglich geworden. Der Umstieg auf Sonne, Wasser, Wind und Speichertechnologien darf nicht wie seit Jahren im Interesse derer ausgebremst werden, die mit fossilen Energieträgern Geld verdienen. Kernenergie ist keine Alternative, auch heute ist die Nutzung zu gefährlich und zu teuer. Der Betrieb produziert langlebige radioaktive Abfälle deren Endlagerung weiter nicht geklärt ist. Dezentrale importunabhängige Versorgungsstrukturen müssen geschaffen werden, ebenso eine umfassende Mobilitätswende mit Ausbau des Radverkehrsnetzes. Die Umstellung auf erneuerbare Energien und der Ausbau des ÖPNV, wie sie die ÖDP seit Jahrzehnten im Programm fest verankert hat, sind der wichtigste Beitrag zum Klimaschutz.“

Der neu gewählte, engagierte Kreisvorstand freut sich auf die ökologische Arbeit vor Ort und auf die Unterstützung ihrer Mandatsträger im Kreisverband, lautete das Schlußwort der Kreisvorsitzenden.

Dagmar Murmann-Patzek und Thomas Büchner treten für die ÖDP an

Die ÖDP hat ihre Landtags- und Bezirkstagsdirektkandidaten für den Stimmkreis 404 Coburg aufgestellt. Thomas Büchner, Kreisrat und Stadtrat aus Neustadt tritt zur Landtagswahl an, Dagmar Murmann-Patzek, freiberufliche Hebamme aus Coburg, kandidiert für den Bezirkstag. Gemeinsam wollen sie dafür kämpfen, dass die ÖDP erstmals den Sprung in den Landtag schafft.

Dagmar Murmann-Patzek (Foto) setzt sich für bessere Pflegebedingungen ein. Berufe in so einem wichtigen Aufgabenbereich, in dem Fach- und Nachwuchskräftemangel herrscht, müssen attraktiver werden. Vom Beginn bis zum Ende des Lebens brauchen wir genügend emphatisches, medizinisches Personal, angestellt wie freiberuflich, das Zeit hat sich um die Bedürfnisse der Patienten und zu Pflegenden zu kümmern. Durch Überlastung, dauerhafte Unterbesetzung, geringe Wertschätzung der geleisteten Arbeit, auch in finanzieller Art und Weise, steigt der physische und psychische Stress.
„Bei älteren und pflegebedürftigen Menschen müsse man“, so Murmann-Patzek, „den gleichen Maßstab wie im Bildungsbereich ansetzen“. Das bedeute, Pflege und Betreuung müsse auch zukünftig überwiegend bei öffentlich-kommunalen, gemeinnützigen Trägern angesiedelt sein, und dürfe nicht privaten Konzernen überlassen werden, die ihre „Dienstleistung“ unter gewinnorientierten Gesichtspunkten anböten. „Der Mensch ist kein Produkt, keine Ware – hilfsbedürftige, kranke und alte Menschen erst recht nicht“, unterstreicht die Direktkandidatin.

Landtags-Direktkandidat Thomas Büchner (Foto) moniert, dass sich „Bayern nicht so entwickelt, wie es in der Bayerischen Verfassung eigentlich vorgesehen“ sei. „Der Flächenfraß verändert unser Land dramatisch. Wenn der reizvolle Wechsel zwischen historisch gewachsenen Orten und einer in Jahrhunderten entstandenen Kulturlandschaft nicht mehr erlebbar ist, dann ist Bayern nicht mehr bayerisch“, kritisiert Thomas Büchner. „Wir verteidigen die Bayerische Verfassung, so wie sie wirklich gemeint war!“ Der Freistaat soll zum Vorreiter in Sachen Gemeinwohl-Ökonomie werden anstelle von Wachstumszwang und Profitgier. Die Erstellung von Gemeinwohlbilanzen müsse gefördert werden, um dem in Art. 151 der Bayerischen Verfassung vorgegebenen Staatsziel gerecht zu werden.