Landrat Sven Gregor: „2025 war ein herausragendes Jahr“ – Was ist 2026 geplant?
Das NaturHistorische Museum Schloss Bertholdsburg Schleusingen und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zogen beim Jahresgespräch eine positive Bilanz für 2025 und stellten die Programmschwerpunkte für 2026 vor. Im Berichtsjahr fanden 26 Veranstaltungen statt, teils in enger Kooperation mit Stiftungen und Fördervereinen; insgesamt besuchten 16.942 Menschen das Museum. Zu den prägenden Ereignissen zählte die Eröffnung der Sonderausstellung zum Bauernkrieg, der umfangreiche Umzug von Beständen in das neue Sammlungsdepot sowie die Umstellung des Kassensystems. Parallel dazu wurde die Digitalisierung der Sammlungen weiter vorangetrieben: 18.397 Objekteinträge, darunter fossile Funde und weitere Sammlungsbestände, sind inzwischen erfasst. Als kulturelle Bestandsaufnahme feierte die Fachzeitung des Museums „Semana“ ihr 40‑jähriges Bestehen.
Für 2026 kündigten Dr. Frank Scholze, Direktor und Leiter Naturhistorisches Museum und Dr. Janis Witowski, stellvertretender Direktor und Leiter Historisches Museum, eine neue Sonderausstellung sowie die Wiederaufnahme des Schlossparkfests in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis und dem Naturhistorischen Museum an. Im September des laufenden Jahres ist eine archäologische Ausgrabung in Mahnebach geplant. Das Museum treibt zudem die Modernisierung von Ausstellungs- und Sicherheitsstandards weiter voran und schafft mit dem Ausbau neuer Ausstellungsräume Platz für aktuelle Themen und moderne Präsentationsformen.
Landrat Sven Gregor zog ein positives Fazit: „2025 war ein herausragendes Jahr. Die Eröffnung des Museumsdepots und die intensive Arbeit an unseren Sammlungen zeigen, wie wichtig Erhalt und Dokumentation sind. Wir danken der Stiftung für die tragende Rolle bei Neubau und Restaurierung. Auch in schwierigen Haushaltsdiskussionen sagen wir unsere Unterstützung zu.“
Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser & Burgen, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Die gute Zusammenarbeit ist eine große Besonderheit. Gemeinsamkeit ist das Zauberwort für 2026. Mit dem Sonderinvestitionsprogramm können wir große Bauprojekte angehen und wichtige Themen trotz schwieriger Zeiten voranbringen.“
Zum Baufortschritt berichtete Baureferentin Carola Niklas: Ein Bau soll 2026 fertiggestellt werden; das Projekt „Blick in den Brunnen“ und das Brunnenhaus sind wichtige Vorhaben. Die Brücke wird mit rund zwei Millionen Euro aus dem Sonderinvestitionsprogramm finanziert, und die Torzufahrt wurde kürzlich offiziell freigegeben.
Doreen Edelmann erläuterte die Planungen für Verwaltung und Ausstellungsflächen: „Wir schaffen eine neue Aufteilung für Verwaltung, Büro und Ausstellungsflächen. Barrierefreiheit und Brandschutz haben Priorität. Das Erdgeschoss wird neu ausgebaut und bietet zusätzliche Ausstellungsfläche. Die Arbeiten dauern etwa eineinhalb Jahre; eine Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen. Insgesamt sind Investitionen von rund vier Millionen Euro vorgesehen.“
Dr. Janis Witowski schilderte den Depotumzug: „Es hat eineinhalb Jahre gedauert, alles zu sichten und einzupacken. Dank der Hilfe von Martina Schneyer sind viele Bestände sicher im Depot. Noch nicht alles ist ausgepackt, aber das Kulturgut des Landkreises Hildburghausen ist gesichert. Mit neuen Ausstellungsräumen schaffen wir Platz für moderne Vitrinen und aktuelle Themen wie Hexenjagd, Nationalsozialismus und regionale Industriegeschichte. Schulbildung soll damit ergänzt, nicht ersetzt werden.“
Das Museum und die Stiftung verfolgen mit dem gemeinsamen Sammlungsdepot, unter anderem in Kooperation mit dem Henneberg‑Kloster Veßra, ein Pilotprojekt, das Dr. Fischer als „Weg der Zukunft“ bezeichnete: Die Umnutzung vorhandener Gebäude erweist sich oft als kostengünstiger und nachhaltiger als ein kompletter Neubau und sichert die kulturelle Grundversorgung der Bevölkerung.

Unter dem Jahresmotto „Schätze und Kuriositäten“ plant die Stiftung ein vielfältiges Programm für alle Altersgruppen: Projektwochen und Bildungsangebote in den Sommerferien (zum Beispiel Schöpfen, Schreiben, Drucken), zwei Exkursionen, den 32. Tag der Museumsgeschichte, Kulturformate wie Slusianight, Kabarett und Bläserkonzerte sowie Familienangebote beim Schlossparkfest mit Beat im Park, Kinderfest und Parknight. Neue Formate wie therapeutisches Yoga im Museum, Kostümführungen, ein Escape Room, „Sagenhaftes Thüringen“ mit Vorlesen von Sagen und Musik sowie ein Whiskey‑Dinner mit Verkostung sollen das Museum als lebendigen Ort des Austauschs stärken.