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Späte Ehrung im Kurpark

Altbürgermeister Kurt Hofmann und Ernst Englmaier

48 (!) Jahre nach seinem Rückzug von der Stadtspitze (Bad) Rodachs, also im April 1974, erfuhr nun der ehemalige Erste Bürgermeister Kurt Hofmann (1909-1986) eine späte Ehrung. Und mit ihm auch sein Nachfolger Ernst Englmaier, der im Juli 2021 im Alter von 92 Jahren gestorben ist. An beide Politiker erinnert jetzt eine Wegtafel mit ihren Namen im Kurpark, dessen Entstehung eng mit ihrem Wirken im Dienste der Stadt und deren Menschen verbunden ist.

Im Jahr 1994, nach 20-jähriger Amtszeit, räumte Ernst Englmaier den Chefsessel im Rathaus für Gerold Strobel, dem die Wähler/innen auch in zwei folgenden Wahlen (2000, 2006) ihr Vertrauen schenkten.

Als Strobel im Herbst 2012 in den Ruhestand wechselte und den Führungsstab an Tobias Ehrlicher weitergab, überraschte der Stadtrat die breite Öffentlichkeit mit einem bis dahin in Bad Rodach unbekannten Zeichen des Dankes und der Anerkennung: Erstmals wurde eine städtische Immobilie nach einem langjährigen Bürgermeister „i. R.“ benannt.

Seither trägt die städtische Turnhalle am Schloßplatz den Namen „Gerold-Strobel-Halle“. Sie war im zweiten Drittel der insgesamt 26-jährigen Amtszeit von Kurt Hofmann (der längsten aller Bürgermeister seit 1945) errichtet und unter Gerold Strobel nach etwa drei Jahrzehnten gründlich saniert und modernisiert worden.

In der Folge galt dann die nächste Ehrung durch den Stadtrat jedoch nicht einem von Strobels Amtsvorgängern, sondern einem Sohn Bad Rodachs, der in vielen Bereichen Impulsgeber und unermüdlicher Motor für seine Heimatstadt war: Egbert Friedrich, Stadtrat, Kreisrat, zeitweise Stellvertreter des Landrats. Eines seiner Werke, für die er sich wie für viele weitere stark engagierte, nämlich die „Henneberger Warte“ auf dem St. Georgenberg, trägt seit einiger Zeit zusätzlich seinen Namen.

Weitaus geräuschloser als die vorbereitenden Gespräche des Stadtrates für die Ehrung Egbert Friedrichs verliefen in den letzten Monaten die Diskussionsrunden über den Ausdruck von Respekt und Anerkennung für Kurt Hofmann und Ernst Englmaier.

Für Letzteren hatten sich vor allem seine früheren CSU-Freunde eingesetzt. Da soll es den Verantwortlichen der Freien Wähler so langsam gedämmert haben, auch an einen Mann zu erinnern und ihm ein Dankeschön nachzurufen, der einst aus ihrer Mitte kam, jahrzehntelang für die Bürgerliche Wähler-gemeinschaft (BWG) und den Bürgerverein als Zugpferd galt: Kurt Hofmann. Er war vom Jahr der Währungsreform 1948 bis zur Belebung Rodachs durch die Therme im Jahr 1974 in besonders bedeutsamen Zeiten der Stadt Erster Bürgermeister.

Wasserleitung, Kanalisation, Schulen und Bayernhalle sind alles Objekte, die in der Amtszeit Kurt Hofmanns errichtet wurden. Später war die Entwicklung geprägt von Ernst Englmaier beim Wandel der „Stadt im toten Winkel“ (Landrat Rudolf Kaemmerer) zum Industriestand- und gleichzeitigen Kurort Bad Rodach. Dazu kam die Grenzöffnung 1989/1990. Bad Rodach wurde zur „Pforte nach Thüringen“, verbunden mit neuem Erfolg und weiteren Aufgaben.

Es ist eine späte Ehrung, die jetzt den beiden ehemaligen Alt-Bürgermeistern zuteil wurde. Dass vor allem die jüngere Generation diese wollte, muss die ältere beschämen – vor allem die einstigen Weggefährten.

Wie sehr hätten sich doch Kurt Hofmann und Ernst Englmaier über eine Ehrung zu Lebzeiten gefreut! So hinterlassen sie zugleich auch eine Mahnung, an viele. Und das nicht nur in Bad Rodach…

Stadtrat und Erster Bürgermeister Kurt Hofmann legten einst den Grundstein für die ThermeNatur Bad Rodachs, Ernst Englmaier führte das Werk fort. Jetzt wurde beiden Kommunalpolitikern eine späte Ehrung zuteil. (Foto: G. Samuel)