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370. Friedensfest in Meeder

Gemeinde steht für Nächstenliebe, Zusammenhalt und christliche Werte

Vizepräsident des Bayerischen Landtages, Karl Freller (CSU)„Frieden ist eine feine Sache, aber leider zerbrechlich wie dünnes Glas“. Mit diesem Satz nahm der Erste Vizepräsident des Bayerischen Landtages, Karl Freller (CSU), in seiner Rede anlässlich des Friedensgottesdienstes in der St. Laurentiuskirche in Meeder Bezug auf die derzeitige Situation im Osten Europas. Freller weiter: „Wir können nicht auf Abstand gehen und mit den Schultern zucken“. Er bezeichnete den Überfall Putins auf die Ukraine als einen Angriff auf die Werte der freiheitlichen und demokratischen Welt.

Keinen Hehl machte der Landespolitiker aus Schwabach daraus, dass die scharfen Sanktionen gegenüber Russland auch Nachteile für die deutschen Bürger/innen bringen. „Die meisten Menschen sind aber bereit, Lasten zu tragen“, hielt der CSU-Politiker fest und fügte hinzu: „Unsere Solidarität, unsere Standhaftigkeit, unsere Bereitschaft zu Einschränkungen werden noch lange gefordert sein“.

Bevor Karl Freller die gegenwärtige Situation durchleuchtete, blickte er ins Jahr 1914 zurück.  Damals wurden junge deutsche Soldaten mit dem Wörterbuch „Die wichtigsten Ausdrücke für das tägliche Leben eines Soldaten im Verkehr mit Franzosen“ ausgestattet. Ein solches Buch hat Freller von seiner Oma bekommen. Er bezeichnete dieses als „eines der schrecklichstes Bücher“. Grund hierfür sind Übersetzungen wie „Der Teufel soll die holen, verfluchter Franzos“, „Die Waffen weg und Hände hoch“ oder „Schreibt an meine Eltern, ich sterbe“. An das Auditorium gewandt forderte Freller: „Ich will, dass nie, nie wieder, egal in welcher Sprache, jemals einem Menschen in unserem Land solch ein Buch in die Hand gedrückt wird.“

Friedensbildung fängt für Freller schon im Kleinen an. Dazu gehört nach seiner Auffassung, dass Eltern ihren Kindern beibringen: „Was du nicht willst, das man dir antut, das füge keinem anderen zu“. Auch forderte er, dass an den Schulen für Herzens- und Charakterbildung mehr Zeit eingeräumt wird. Auch gilt es nach seinen Worten, Menschen aktiv vor Diskriminierung zu schützen. Den Protagonisten in Meeder attestierte der Politiker, dass sie Vorbilder in Sachen Solidarität und Menschlichkeit seien. „Sie stehen aus religiöser Überzeugung für Nächstenliebe, Zusammenhalt und christliche Werte“, lobte Karl Freller und ergänzte: „Ich bin froh und dankbar für ihren Friedenseinsatz hier in Meeder“,

Das 370. Friedensfest in Meeder war überschrieben mit den Worten: „Auf Frieden bauen“. „Diese Mahnung zum Frieden ist aktueller und notwendiger denn je“, betonte Karl Freller abschließend. Zuvor hatte er an die Schaffung eines „richtigen Feiertages“ in Meeder erinnert. Einen solchen gibt es zum Beispiel in der Schwabenmetropole Augsburg. Bürgermeister Bernd Höfer will die mehrfach geäußerte Anregung mit Landrat Sebastian Straubel auf Realisierung prüfen.