Beim SAFE-Parcour steht Wissensvermittlung im Vordergrund
Auch in diesem Jahr treffen zum wiederholten Mal Jugendliche aus dem Coburger Raum und sozialpädagogische Fachkräfte in der AOK-Direktion Coburg zusammen. Das Ziel ist eine möglichst umfassende Aufklärung zu Themen rund um Sexualität.
Beim SAFE-Parcours (ehemals AIDS-Parcours) steht die Wissensvermittlung im Vordergrund, getreu dem neuen Motto des Parcours, „weil Wissen schützt!“ Durchgeführt wird der Parcours als Gemeinschaftsprojekt von der AOK-Direktion Coburg, der AIDS-Beratungsstelle Oberfranken, der Street:work Coburg von iSo – innovative Sozialarbeit und der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Landratsamt Coburg. Der Aufklärungsparcours hat dabei mit seiner über 20-jährigen Geschichte bereits mehrere Überarbeitungen durchlaufen, um möglichst nahe an der Lebensrealität der Jugendlichen zu sein.
SAFE, das steht für Sexualität, Aufklärung, Fakten und Erleben. Das Wichtige dabei: Die Jugendlichen sollen ohne Leistungsdruck eine möglichst umfassende Aufklärung bekommen. „Nehmt es wie einen Erste-Hilfe-Kurs“, meint Dominik Beck von der AIDS-Beratungsstelle Oberfranken, „Je mehr ihr wisst, desto besser könnt ihr euch später schützen.“
Dominik Beck und Jasmin Seiler von der AIDS-Beratungsstelle Oberfranken erklären an ihrer Station die Übertragungswege von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen sowie Schutz- und Testmöglichkeiten. Sie betonen dabei, dass besonders HIV oft in Vergessenheit gerät, weil es heute sehr wirksame und gut verträgliche Medikamente gibt. Dank moderner Medikamente und deren konsequenter Einnahme wird auch die Weitergabe des HI-Virus verhindert. Trotzdem stellt HIV für viele Betroffene eine soziale Herausforderung dar, denn Diskriminierung, besonders im Gesundheitswesen, ist für viele Menschen mit HIV-Infektion Alltag. In Deutschland leben derzeit rund 98.00 Menschen mit dem HI-Virus.

An der gegenüberliegenden Station erfahren die Jugendlichen das Wichtigste zu hormoneller und nicht-hormoneller Verhütung. Eine Vielzahl von Verhütungsmitteln können gemeinsam mit Nazire Ün und Julia Lang betrachtet und auch einmal in die Hand genommen werden. Die beiden Mitarbeiterinnen der Schwangerenberatungsstelle am Landratsamt Coburg erklären dazu die Wirkungsweisen der einzelnen Verhütungsmittel. Als Schutz vor ungewollter Elternschaft sowie HIV und sexuell übertragbaren Infektionen nimmt das Kondom eine zentrale Rolle ein. Die korrekte Anwendung wird dabei modellhaft vorgeführt.
Die letzte Station wird von der Street:work Coburg bespielt. Die beiden Mitarbeitenden Sophia Hoydem und Fabian Pasewaldt kennen die Lebenswelt der Coburger Jugend. An ihrer Würfelstation schaffen sie es, mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen. Hier werden Fragen zu den vorhergehenden Stationen gestellt und neuen Themen wie Beziehung, Pubertät, Freundschaft, sexuelle Vielfalt und sozialen Medien Raum gegeben. Die Station soll nicht nur spielerisch sein, sondern auch ein breites Spektrum an Themen aufgreifen, die den Mitarbeitenden der Fachstellen wichtig sind, aber auch der Lebenswelt der Jugendlichen entsprechen.
Am Ende sind auch die Zahlen wichtig. Kassandra Behr vom AOK-Schulservice hat neun Schulklassen von sechs verschiedenen Coburger Schulen für den SAFE-Parcours begeistern können. Insgesamt konnten mit dem Präventionsangebot rund 200 Schülerinnen und Schüler erreicht werden.
Folgende Klassen/Schulen haben sich am SAFE-Parcour beteiligt: Klassen 8, 8a, 8b, 8c und 8d Gymnasium Ernestinum Coburg; 8. Klasse Mittelschule Seẞlach; 8. Klasse Mittelschule am Lauterberg; 8. Klasse Mittelschule Heiligkreuz Coburg; 8. Klasse Gymnasium Albertinum; Klasse 8 G Rückertschule Coburg.