Task Force Waldbrand für den Landkreis Coburg

OB Dominik Heike ergreift die Initiative

Die Erfahrungen mit zwei Vegetationsbränden im Stadtgebiet von Neustadt bei Coburg haben deutlich gemacht, wie wichtig eine schnelle, gut ausgebildete und speziell ausgerüstete Einheit zur Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden ist.

Oberbürgermeister Dominik W. Heike (Foto) fordert deshalb die Einrichtung einer „Task Force Waldbrand“ für den Landkreis Coburg. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass Vegetationsbrände künftig häufiger und intensiver auftreten können. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, unsere Einsatzstrukturen weiterzuentwickeln und die Feuerwehren gezielt auf diese besonderen Einsatzlagen vorzubereiten“, erklärt der Oberbürgermeister.

Auf Initiative und durch die Zusammenarbeit von vier aktiven Mitgliedern der Feuerwehr aus dem Stadtgebiet Neustadt ist ein Konzept für eine taktische Einheit „Waldbrand“ entstanden. Vorgesehen ist eine feuerwehrübergreifend aufgestellte Einheit mit mindestens 18 Einsatzkräften aus zwei Gruppen. Diese sollen über eine erweiterte Ausbildung für die Vegetationsbrandbekämpfung verfügen und bei entsprechender Einsatzlage zusätzlich alarmiert oder nachalarmiert werden können.

Das Konzept sieht eine möglichst autark arbeitende Fußmannschaft vor, die ohne eigenes Löschfahrzeug eingesetzt werden kann. Die erforderliche Spezialausrüstung soll auf drei geländefähigen Rollcontainern zentral bei der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt gelagert werden:
• Rollcontainer „Handgeräte“ mit Löschrucksäcken, Gorgui, Pulaski, Feuerpatschen und weiterer Ausrüstung zur Brandbekämpfung im Gelände sowie für Nachlöscharbeiten.
• Rollcontainer „Löschgeräte“ mit einer Tragkraftspritze, Schlauchmaterial und sechs Modulen für die Verlegung einer modularen Schlauchleitung auf einer Länge von bis zu 220 Metern.
• Rollcontainer „Beregnung“ mit Schläuchen, Verteilern und Kreisregnern zum Aufbau eines bewässerten Schutzstreifens von bis zu 330 Metern oder zum Schutz von Gebäuden auf einer Länge von bis zu 165 Metern.

Für die Einsatzkräfte ist eine spezielle persönliche Schutzausrüstung nach den einschlägigen Empfehlungen für die Vegetationsbrandbekämpfung vorgesehen. Die notwendigen Transportmöglichkeiten – ein Gerätewagen Logistik sowie gegebenenfalls zwei Mannschaftstransportwagen – sind im Stadtgebiet bereits vorhanden. Ergänzend soll ein Anhänger für vor Ort vorhandene Fahrzeuge die Einsatzstellenlogistik in schwer zugänglichem Gelände verbessern.

Nach Auffassung des Oberbürgermeisters kann das in Neustadt entwickelte Konzept als Grundlage und Vorbild für die Aufstellung weiterer Einheiten im Landkreis Coburg dienen. Ziel müsse eine abgestimmte und leistungsfähige Struktur sein, die im Einsatzfall schnell überörtlich eingesetzt werden kann, ohne die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren in den einzelnen Kommunen zu gefährden.

„Im Landkreis verfügen wir bereits über wichtige Partner und wertvolle Erfahrungen. Dazu gehören die Unterstützung durch die Landwirtschaft, der THW-Ortsverband Coburg sowie die weiteren Hilfsorganisationen, insbesondere ASB und BRK. Eine speziell ausgebildete Task Force Waldbrand könnte diese vorhandenen Kräfte sinnvoll ergänzen und die Zusammenarbeit bei Vegetationsbränden weiter verbessern“, so Oberbürgermeister Heike.

Er sieht zugleich die Möglichkeit, die Einheit in Neustadt zu stationieren. Die zentrale Lagerung der Spezialausrüstung, die vorhandenen Fahrzeuge und die bereits geleistete konzeptionelle Vorarbeit böten dafür gute Voraussetzungen. Darüber hinaus könnte die Einheit bei entsprechender Ausstattung und Ausbildung auch in überörtliche oder länderübergreifende Hilfeleistungskontingente eingebunden werden.
Der Oberbürgermeister hat bereits Kontakt mit Kreisbrandrat Stefan Püls aufgenommen. Weitere Gespräche mit dem Landrat werden folgen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Umsetzung dieses Konzepts einen weiteren wichtigen Schritt für die Sicherheit unserer Bevölkerung und den Schutz unserer Wälder vor Vegetationsbränden gehen können“, erklärt Oberbürgermeister Heike abschließend.