Friedenstaube aus Eisfeld für Ham/Frankreich 

Städtepartnerschaft lebt von gegenseitiger Herzlichkeit

Abschiedsfoto mit Deutschen und Franzosen auf dem Eisfelder Marktplatz.

Mit offenen Armen, herzlicher Gastfreundschaft und großer Wiedersehensfreude empfing die Stadt Eisfeld erneut ihre Freunde aus der französischen Partnerstadt Ham. Insgesamt 47 Gäste aus dem Nachbarland waren der Einladung nach Südthüringen gefolgt und verbrachten vier erlebnisreiche Tage voller Begegnungen, gemeinsamer Erinnerungen und gelebter europäischer Freundschaft.

Als die französische Delegation auf dem Eisfelder Marktplatz eintraf, war die Freude auf beiden Seiten spürbar groß. Viele Umarmungen, vertraute Gespräche und glückliche Gesichter machten bereits in den ersten Minuten deutlich, wie eng die Verbindung zwischen den beiden Städten über die Jahre geworden ist.

Landrat Sven Gregor (rechts) und Gregory Labielle (ehemaliger Bürgermeister der Stadt Ham) auf dem Balkon im Landratsamt Hildburghausen.

Im festlich geschmückten Otto-Ludwig-Festsaal im Eisfelder Schloss wurden die Gäste danach offiziell begrüßt. Landrat Sven Gregor, Bürgermeister Christoph Bauer sowie Vertreter des Städtepartnerschaftsvereins hießen die Freunde aus Ham willkommen und betonten die besondere Bedeutung dieser langjährigen Partnerschaft für Verständigung, Frieden und den europäischen Zusammenhalt.

Traditionell wurden auch Gastgeschenke ausgetauscht. Die französischen Gäste überreichten der Stadt Eisfeld eine kunstvoll handgeflochtene Lampe als Zeichen der Verbundenheit. Die Stadt Eisfeld wiederum schenkte der Delegation aus Ham eine bronzene Friedenstaube – als Symbol für Freundschaft, gegenseitigen Respekt und ein friedliches Europa.

Nach dem offiziellen Empfang wurden die Gäste in den Gastfamilien aufgenommen. Dort klang der Abend bei vielen Gesprächen und persönlichen Begegnungen in gemütlicher Atmosphäre aus.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen einer gemeinsamen Thüringen-Rundreise. Bereits am frühen Morgen startete die Gruppe vom Bahnhof Eisfeld aus mit zwei Bussen in Richtung Oberweißbach. Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt mit der bekannten Oberweißbacher Bergbahn, die bei den Gästen große Begeisterung hervorrief. Ebenso beeindruckte die Besichtigung der Kirche des Ortes, die im Rahmen einer fachkundigen Führung vorgestellt wurde.

Darüber hinaus lernten die Freunde aus Ham zahlreiche Facetten der Thüringer Kultur und Tradition kennen. Besucht wurden unter anderem das Fröbel-Museum, eine Glasbläserei mit Schauwerkstatt sowie ein Geschäft für Heilkräuter, Schnäpse und Liköre.

Bürgermeister Christoph Bauer (links) und sein französischer Kollege Erik Legrand im Eisfelder Ortsteil Harras.

Ein emotionaler Höhepunkt des Tages war der Besuch des Fröbelturms am späten Nachmittag. Bei Kaffee und Kuchen genossen die Gäste den weiten Blick über den Thüringer Wald. Für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre sorgte ein Chor, der den Aufenthalt spontan musikalisch begleitete und viele Franzosen sichtbar berührte. Der gemeinsame Abend fand schließlich bei einem geselligen Abendessen in Schleusingerneundorf seinen harmonischen Ausklang.

Der Samstag gehörte traditionell den Gastfamilien. Individuell organisierte Ausflüge, persönliche Gespräche und gemeinsame Unternehmungen ermöglichten weitere intensive Einblicke in die Region und stärkten zugleich die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Menschen beider Städte. Auch politische Themen fanden ihren Platz: Nach den jüngsten Kommunalwahlen in Frankreich nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit zum offenen Austausch über aktuelle Entwicklungen in Europa und in den jeweiligen Heimatregionen.

Schließlich hieß es wieder Abschied nehmen. Noch einmal versammelten sich alle Teilnehmer auf dem Eisfelder Marktplatz zum traditionellen Gruppenfoto, bevor die Gäste ihre Heimreise antraten. Der Abschied fiel vielen sichtbar schwer – zu schnell waren die gemeinsamen Tage vergangen.

„Unsere Städtepartnerschaft lebt von den Menschen, von den persönlichen Begegnungen und der gegenseitigen Herzlichkeit“, betonte Landrat Sven Gregor beim Abschied. Besonders erfreulich sei die große Zahl französischer Gäste gewesen, die eindrucksvoll zeige, wie lebendig und wertvoll die Verbindung zwischen Ham und Eisfeld bis heute sei. Sein Dank galt allen Organisatoren, Helfern und insbesondere den Gastfamilien, die mit ihrer Offenheit und Gastfreundschaft wesentlich zum Gelingen des Besuches beigetragen hätten.

Nach rund elf Stunden Reisezeit erreichte die Delegation wieder wohlbehalten ihre Heimatstadt Ham – mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck und der Vorfreude auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.