Wie kann Bad Rodach eine Stadt- und Ortsteilbuslinie bekommen?

Stadträte Herbert Müller und Rebekka Möbus fragen nach Konzept und Fördermöglichkeiten

Können die Stadtteile Bad Rodachs durch eine Stadt- und Ortsteilbuslinie stärker an die Kernstadt „angebunden“ werden? Welche Fördermöglichkeiten bieten hierzu Bund und Land? Wie können in den Verkehrsverbünden Betriebskosten und Fahrpreise gesenkt werden? Kurzum: Die Stadtverwaltung Bad Rodach soll ein entsprechendes Konzept erarbeiten oder erarbeiten lassen.

Das sind Kernsätze aus einem Beschlussvorschlag der Stadträte Herbert Müller (SBB) und Rebekka Möbus (OK/Grüne), der jetzt Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) zum weiteren Handeln vorgelegt wurde. Müller und Möbus erwarten, dass über ihre Initiative „in einer der nächsten Stadtratssitzungen“ beraten wird. Nach Ansicht der beiden Stadträte sollen insbesondere geprüft werden:

  • die Anbindung der Stadtteile an die Kernstadt
  • die Anbindung von Kurgebiet, Therme und Medical Park
  • die Verbesserung der Erreichbarkeit des Bahnhofs Veilsdorf (Thüringen)
  • mögliche Betriebsmodelle und Taktungen
  • der Einsatz emissionsarmer oder emissionsfreier Fahrzeuge, sowie Fördermöglichkeiten von Bund, Land und Verkehrsverbünden zur Senkung der Betriebskosten und Fahrpreise

Rebekka Möbus und Herbert Müller (Fotos) begründen ihre Initiative wie folgt:

1. Mobilität und Daseinsvorsorge

Bad Rodach ist die flächenmäßig größte Kommune des Landkreises Coburg. Viele Einrichtungen des täglichen Bedarfs befinden sich heute in der Kernstadt. Für ältere Menschen, Jugendliche, Familien ohne eigenes Fahrzeug sowie Gäste ergeben sich dadurch Mobilitätseinschränkungen. Eine regelmäßige Busverbindung zwischen den Stadtteilen, der Kernstadt sowie wichtigen Gesundheits- und Tourismuseinrichtungen würde die selbstständige Mobilität stärken und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessern.

2. Klimaschutz und nachhaltige Verkehrsentwicklung

Der Verkehr in der Kernstadt wird überwiegend durch den motorisierten Individualverkehr geprägt. Eine attraktive Busverbindung kann dazu beitragen, Fahrten vom Pkw auf den öffentlichen Nahverkehr zu verlagern. Dadurch können Verkehrsaufkommen, Flächenbedarf für Parkplätze, sowie CO₂-Emissionen reduziert werden. Eine Stadt- und Ortsteilbuslinie wäre somit ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilitätsentwicklung.

3. Tourismus, Gesundheitsstandort und Einzelhandel

Von einer verbesserten ÖPNV-Anbindung profitieren das Kurgebiet, die Therme, der Medical Park sowie Gastronomie und Einzelhandel. Gäste und Patienten könnten ihre Wege besser planen und Ziele innerhalb der Stadt auch ohne eigenes Fahrzeug erreichen. Gleichzeitig würde die Erreichbarkeit von Beherbergungsbetrieben in den Stadtteilen verbessert.

4. Anbindung an das Bahnnetz

Die Anbindung des Bahnhofs Veilsdorf eröffnet zusätzliche Reisemöglichkeiten in Richtung Thüringen und Norddeutschland. Gleichzeitig verbessert sie die Erreichbarkeit Bad Rodachs für Besucherinnen und Besucher aus dem Raum Hildburghausen. Der vorgeschlagene Busanschluss kann dabei einen ersten grenzüberschreitenden Mobilitätsbaustein darstellen („kleiner Lückenschluss“). Er soll jedoch ausdrücklich nicht den weiterhin anzustrebenden Schienenlückenschluss zwischen Bad Rodach und Hildburghausen ersetzen, sondern diesen ergänzen und unterstützen.

5. Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten

Im Rahmen des Konzepts sollen mögliche Förderprogramme sowie Kooperationsmodelle mit bestehenden Verkehrsunternehmen untersucht werden, um einen wirtschaftlichen Betrieb und attraktive Fahrpreise zu ermöglichen.